Langensteiner Kreis für Fasnachtsforschung

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Langensteiner Kreis für Fasnachtsforschung

Die Narrenvereinigung Hegau-Bodensee beschloss 1970 in Bregenz um das künftige Fasnachtsmuseum in Langenstein einen regionalen Arbeitskreis für Fasnachtsforschung zu gründen und Dr. Franz Götz mit dessen Leitung zu beauftragen. Aufgabe des „Langensteiner Arbeitskreises zur Erforschung und Pflege des Fasnachtbrauchtums”, kurz „Langensteiner Kreis” genannt, sollte es sein, sich neben der Erforschung auch um die Pflege des Fasnachtsbrauchtums zu Kümmern, also z.B. die Narrenzünfte zu beraten. Der Langensteiner Kreis trat in die Fußstapfen des, von Prof. Dr. Hermann Bausinger gegründeten, „Tübinger Arbeitskreises für Fasnachtsforschung” welcher 1967 zum letzten mal tagte. Bausinger, einer der führenden Köpfe der deutschen Nachkriegsvolkskunde, hatte durch mehrere Publikationen, Tagungen und Forschungsprojekte wichtige Akzente in der Fasnachtsforschung gesetzt, u.a. durch eine breit angelegte empirische Untersuchung der dörflichen Fasnacht.
Der neue Arbeitskreis in Langenstein wurde am 11. März 1970 von Dr. Herbert Berner, Wilhelm Kutter, Prof. Dr. Friedrich Schmieder, Dr. Franz Götz, Graf Wilhelm Douglas, Hans-Günther Bäurer, Heinrich Rehm, Hans Ströhle, Malte Jobst Eick, Walter Schneider, Fritz Widenhorn, Arnold Wikenhauser und Walter Zinsmeister gegründet. Die folgenden Sitzungen fanden in unregelmäßigen Abständen statt, zunächst jährlich, später zweijährlich.

Prof. Dr. Hermann Bausinger
Prof. Dr. Hermann Bausinger
Dr. Franz Götz
Dr. Franz Götz
Prof. Dr. Friedrich Schmieder
Prof. Dr. Friedrich Schmieder

Tagungsorte waren Schloss Langenstein, die Schmiederkliniken in Allensbach und Gailingen, das Schloss in Öhningen-Oberstaad und seit 2003 wieder das Schloss Langenstein. Nebenher lief die Beratungstätigkeit, der sich vor allem der Leiter des Langensteiner Kreises und die beiden Graphiker Erich Hofmann, Konstanz, und Berta Mattes-Stoffel, Singen, widmeten. Dabei ging es meist um die Auswahl und die Gestaltung neuer Fasnachtsfiguren, um neue Häs und neue Masken.

Außerdem war der Langensteiner Arbeitskreis Mitveranstalter von zwei Vortragsreihen der Universität Konstanz, die sich der Fasnacht und dem Narrentum gewidmet haben (November 1979 bis Februar 1980 und Januar/Februar 1982) und deren Referate anschließend veröffentlicht wurden:

Hermann Bausinger (Hrsg.): Narrenfreiheit. Beiträge zur Fastnachtsforschung, Band 51, 1980.

Horst Sund (Hrsg.): Fas(t)nacht in Geschichte, Kunst und Literatur. Konstanz 1984.

Eine dritte Vortragsreihe folgte vom November 1982 bis Februar 1983.

Prof. Dr. Werner Mezger
Prof. Dr. Werner Mezger

Die wissenschaftliche Unterstützung durch angesehene Fasnachtsforscher, Brauchexperten oder Kulturwissenschaftler ist in Langenstein bis heute Tradition. Besonders zu erwähnen sei an dieser Stelle die Zusammenarbeit mit dem Freiburger Professor für Volkskunde/Europäische Ethnologie und Direktor des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde, Dr. Werner Mezger.

Zudem hat Werner Mezger im Fasnachtsmuseum auch einen Raum zu den historischen Wurzeln der schwäbisch-alemannischen Fasnachtsbräuche gestaltet.

 

Hans-Peter Jehle
Hans-Peter Jehle

Für eine Amtsperiode wurde der Langensteiner Kreis vom früheren Verbandspräsidenten der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, Hans-Peter Jehle, geleitet. Am 2. Oktober 2013 stellte er, auf eigenen Wunsch, sein Amt zur Verfügung. Zuvor publizierte er jedoch noch ein Buch über die Hegau-Bodensee-Vereinigung:

Hans-Peter Jehle: Zünftige Fasnacht. Gottmadingen 2009.

 

Michael Fuchs
Michael Fuchs

Der Langensteiner Kreis für Fasnachtsforschung wird nun von dem Kulturwissenschaftler und Präsidenten des Fasnachtsmuseums Schloss Langenstein, Michael Fuchs geleitet. Neben zahlreichen Essays über Kunst in der Fastnacht hat er 2016 ein umfangreiches Werk über einen regionalen Fastnachtsbrauch veröffentlicht:

Michael Fuchs: Radolfzeller Fastnacht. Zur Geschichte einer langen Tradition. Radolfzell 2016

Ziel des Langensteiner Kreises ist es,  in den kommenden Jahren wieder stärker an die Forschungstradition des Tübinger Arbeitskreises für Fasnachtsforschung anzuknüpfen.

 

Die nächste Tagung findet im Jahr 2018 statt. Interessierte können sich über das Kontaktformular anmelden.

Programm 2016 >>

 

 

 

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