Tagungsinhalte

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LANGENSTEINER KREIS FÜR FASNACHTSFORSCHUNG 2018 – TAGUNGSINHALTE

 

1. Referat: Michael Fuchs, Kulturwissenschaftler/Volkskundler MA., Radolfzell

Titel:

Politische Umbrüche und ihr Einfluss auf die Fasnacht
Von der französischen Revolution bis zum 20. Jahrhundert

Hat die vielzitierte Narrenfreiheit auch etwas mit dem Freiheitsgedanken der französischen Revolution zu tun? Haben sich die Narren von politischen Repressionen einschüchtern lassen oder gibt es in der Geschichte, neben viel Opportunismus, auch erwähnenswerte Beispiele von Zivilcourage? Konnten Fasnachtsverbote dem Mummenschanz jemals schaden? Dies sind nur einige Fragen, die sich bei der Betrachtung politischer Entwicklungen im Abgleich mit den Fasnachtsbräuchen stellen und die Michael Fuchs in seinem Vortrag zu beantworten versucht.

 


 

2. Referat: Dominik Wunderlin, lic. phil., Kulturwissenschaftler/Volkskundler, Basel

Titel:

Der Politik und Gesellschaft den Spiegel vorhalten
Über die Funktion der Basler Fasnacht

Ohne große Übertreibung darf man behaupten, dass sich die Basler Fasnacht jedes Jahr neu erfindet. Im Gegensatz zu den Traditionsfastnachten im schwäbisch-alemannischen Raum und auch darüber hinaus ist die Fasnacht am Rheinknie eine Sujet-Fasnacht. An den drei Tagen, aber auch schon an den heute zahlreich gewordenen Vorfasnachtsanlässen, halten die BaslerInnen der Politik und Gesellschaft den Spiegel vor, sie verstehen sich in einer Hofnarrenrolle. In einer oft nicht zu überbietenden Könnerschaft, was Wortwitz und visuelle Umsetzung betrifft, behandeln die Akteure der Basler Fasnacht die unterschiedlichsten aktuellen Themen und zeigen dabei ihren eigenständigen «esprit moqueur». Die Anfänge der Basler Fasnacht als Bühne für eine witzig-kritische Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Missstände liegen zur Hauptsache im 19. Jahrhundert

 

 


 

3. Referat: Olga Věra Cieslarová, Dr. Phil., Prag/Tschechien

Titel:

Die samtene Fasnacht in Prag.
Umzug zwischen satirischem Witz und politischer Demonstration

Am 17. November, dem „Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie“ wird an den Beginn der „Samtenen Revolution“ im Jahr 1989 erinnert. Gleichzeitig nimmt an diesem Tag die Prager Fasnacht mit Kreativität und satirischem Witz Probleme und Ärgernisse aus Politik und Gesellschaft aufs Korn. Mit kaschierten Larven und Kostümen, mit Musik und bissigen Pamphleten, unterstützt von Künstlerinnen und Künstlern, zeigen Bürgerinitiativen, Vereine, sowie Schulen, was ihnen auf den Nägeln brennt. Von der Basler Fasnacht inspiriert hat die Initiatorin Olga Věra Cieslarová vor einigen Jahren mit der „samtenen Fasnacht“ eine Innovation geschaffen, die sie in Ihrem Vortrag lebendig vorstellen und reflektieren wird.

 

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